Remarketing vs. Retargeting – wo liegt der Unterschied?

Stellen Sie sich einmal vor, jemand kennt Sie und Ihr Unternehmen noch nicht, besucht Ihre Webseite zum ersten Mal und kauft direkt eines Ihrer Produkte. Das wäre wohl das Traumszenario, oder? Leider läuft es nicht immer so reibungslos. Kunden, die während des Kaufprozesses abgelenkt werden, sind ein bekanntes Problem des Online-Handels.

User kommen auf Ihre Seite und verlassen diese nach ein paar Sekunden oder Minuten wieder, ohne etwas gekauft zu haben. Es ist wichtig dabei zu bedenken, dass sich nicht alle Besucher, die auf Ihrer Website landen, automatisch an der gleichen Stelle im Kaufzyklus befinden. Für Erstbesucher liegt die aktuelle durchschnittliche Website-Konversionsrate bei etwa 2%, was bedeutet, dass 98% der potentiellen Kunden die Website wieder verlassen, ohne etwas zu kaufen. Sind Besucher im Kaufzyklus schon weiter, dann können sogar Produkte zum Warenkorb hinzugefügt werden, bevor sie ihre Meinung ändern und die Seite verlassen. Dennoch haben all diese Besucher ein gemeinsames Interesse an dem, was Sie auf Ihrer Webseite anbieten, egal in welcher Phase sie sich befinden – es kommt also darauf an, sich bei diesen Kunden immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Und wie mache ich das, fragen Sie sich? Durch Remarketing! Eine erneute Ansprache des Users, um an Ihr Angebot zu erinnern. Wir erklären Ihnen, was es mit dieser Methode auf sich hat und wie sie sich vom klassischen Retargeting unterscheidet.

 

Wo liegt jetzt eigentlich der Unterschied?

 

Die Begriffe Remarketing und Retargeting werden häufig als Synonyme verwendet. Doch achtet man genauer darauf, bezeichnen diese nicht dasselbe, obwohl sie sehr ähnlich sind.

Beim Retargeting geht es genauso wie beim Remarketing darum, die Webseiten-Besucher zu einem späteren Zeitpunkt – meist über Ads – erneut anzusprechen. Der Unterschied liegt jedoch in der Zielstrebigkeit der beiden Methoden. Beim Retargeting sprechen sie ALLE Menschen an, die einmal Ihre Webseite besucht haben. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange sich die einzelnen User dort aufgehalten und mit welchen Inhalten sie sich beschäftigt haben. Im Regelfall wird dieselbe Werbeanzeige an all diese Menschen ausgespielt.

Beim Remarketing hingegen wird erfasst, wofür sich der Besucher speziell auf Ihrer Webseite interessiert hat. Diese Informationen ermöglichen es, ihn später ganz gezielt mit einer individuell angepassten Werbeanzeige anzusprechen. Hat sich ein Nutzer beispielsweise Ihren Shop angesehen, kann ihm anschließend eine Anzeige mit Ihren besten Produkten angezeigt werden. Hat er bereits bei seinem Webseitenbesuch etwas in den Warenkorb gelegt, können Sie ihm dieses Produkt noch einmal – zum Beispiel in Kombination mit einem Rabattcode – anzeigen.

Welche Methode Sie verwenden, hängt von der individuellen Situation ab. Sie können natürlich ebenso gut beide Wege nutze, da sie sich sehr gut ergänzen können. Schaffen Sie mit Retargeting einen Bekanntheitsgrad bei Ihrem interessierten Publikum und nutzen Sie anschließend das Remarketing, um Kunden in den letzten Phasen des Kaufzyklus zu gewinnen.

 

Remarketing-Listen anlegen: So gehen Sie vor

 

Wer seine Zielgruppe genau kennt, tut sich wesentlich leichter diese gezielt anzusprechen. Das machtvollste Element des Remarketings sind daher die Remarketing-Listen. Durch diese können Sie Webseiten-Besucher nach ihrem Nutzungsverhalten und ihren Interessen in verschiedene Gruppen einteilen und diese anschließend mit verschiedenen Anzeigen targetieren. Die jeweiligen Zielgruppenlisten legen Sie entsprechend über Ihren Google-Analytics Account an. Überlegen Sie sich, welche Nutzer Sie gruppieren wollen und wie diese im Remarketing-Prozess angesprochen werden sollen. Über das Drop-Down Menü können Sie zudem festlegen, unter welchen Bedingungen Nutzer dieser Liste hinzugefügt werden sollen. Es kann ebenfalls von Ihnen definiert werden, wie lange die ausgewählten Besucher in der Liste bleiben sollen.

 

Fazit

 

Insbesondere wenn wir Menschen einer neuen, uns unbekannten Marke begegnen und bislang keine Gelegenheit hatten, Vertrauen zu dieser aufzubauen, ziehen wir es gerne vor, mit einem Kauf zu warten. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass wir das Angebot wieder vergessen – schließlich ist das Internet voll von Informationen, Produkten und Dienstleistungen – und die Wahrscheinlichkeit, von etwas anderem abgelenkt zu werden ist hoch. Remarketing schafft hier eine gute Abhilfe. Durch gezielte Ads können Sie als Unternehmen dafür sorgen, dass Ihr Angebot im Gedächtnis bleibt und ehemalige Besucher zurück auf Ihre Webseite kommen. Bitte bedenken Sie jedoch, dass sowohl Remarketing als auch Retargeting stetig überwacht und optimiert werden müssen. Im Laufe der Zeit werden Sie schnell lernen, was für Sie und Ihr Unternehmen am besten funktioniert.